Lange Zeit überlege ich, welches Zertifikat und welche Ausbildung zu mir passen könnte, damit ich mich als Expertin ‚ausweisen‘ kann. Nun kam mir die Erkenntnis, dass es derzeit, in dem derzeitigen Bildungssystem nur Ansätze gibt, die mich abholen.

Alles was ich wissen muss und für meine Arbeit brauche, eigne ich mir autodidaktisch an. Für den Austausch spreche ich mit Menschen, die entsprechende Skills haben. Mein Studium habe ich nicht abgeschlossen, weil ich eine Macherin bin. Weil ich nicht gerne in einem Wissensturm vereinsamen möchte. Ich bin auch nicht der Meinung, dass nur ein abgeschlossenes Studium ein Garant für einen erfolgreichen Berufsweg ist oder dich zu einem glücklicheren Menschen macht.

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Fachmenschen können es nicht besser sondern wissen es etwas besser

Was aber, wenn man es bereut, den Abschluss nicht gemacht zu haben? Ganz ehrlich: Ich hatte hin und wieder Angst, dass ich es bereuen werde, aber das war eine Bewusste Entscheidung. Nicht, weil ich lieber auf der Couch sitzen wollte oder ich damit den einfacheren Weg gegangen bin, sondern, weil ich ich mich für den ungewisseren und nicht wirklich leichten Weg entschieden habe. Denn sowas steht im Lebenslauf schließlich immer drin und ggf. muss man sich auch dafür irgendwann rechtfertigen. Aber das hat mir nie Angst gemacht und noch heute stehe ich dazu, diese Entscheidung getroffen zu haben. Dem halte ich nämlich jahrelanger Risikobereitschaft und Pioniertum im Bereich neue Medien entgegen (wir waren schon Social Media Manager bevor es das Berufsbild überhaupt gab). Und das mit Kind und Familie oder gerade deswegen. Denn sie waren stets an meiner Seite und ich hatte immer die Möglichkeit, für meine Kinder und meine Familie da zu sein – was mir genauso wichtig ist, wie mein beruflicher Erfolg. 

Wichtig ist, zu machen. Das fällt sehr vielen schwer. Eine Ausbildung hier, einen Abschluss da und noch ein Zertifikat und doch fällt es schwer die Qualifikationen im beruflichen Alltag umzusetzen. Geschweige denn, dass diese Zertifikate dir nicht sagen können, was du wirklich brauchst, um zufrieden zu sein. Es entsteht Frust, der oft am Selbstwertgefühl nagt. „Ich kann nix“, diesen Satz habe ich sehr oft gehört und das nicht von Berufseinsteiger*innen, sondern von erfahrenen Menschen im mittleren Lebensalter.

Wie kommt das eigentlich, dass man nach nach langjähriger Berufserfahrung, so von sich denkt?
Meist liegt es daran, dass sich (vor allem Frauen) nicht trauen loszulegen und den ersten kleinen Schritt zu machen, darauf zu vertrauen, dass man schon sehr viel weiss und die Praxis dann nur gelingt, wenn man einsteigt. Klar wird es nicht perfekt sein aber besser, als man es sich gedacht hat.

Ikigai – die japanische Kultur bietet eine Lösung!

Die Zeiten stehen gut, um neues auszuprobieren und einfach in den Sattel zu steigen. Wer für sich klar zwischen Job und Arbeit unterscheiden kann und die Möglichkeit sieht, dass man sich Sicherheiten schaffen kann, indem man selbst Verantwortung für sich übernimmt, kann durchaus Zufriedenheit finden. Wer schonmal was Ikigai gehört hat, weiß was ich meine.

Ikigai (jap. Lebenssinn) ist frei übersetzt „das, wofür es sich zu leben lohnt“,„die Freude und das Lebensziel“ oder salopp ausgedrückt „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen“.

In der japanischen Kultur hat die oft langwierige und gründliche Selbsterforschung beim Streben und der Suche nach Ikigai eine wichtige Bedeutung. Es ist ein überaus persönlicher Vorgang und das Resultat kann daher von Individuum zu Individuum sehr verschieden sein. Findet oder hat ein Mensch sein Ikigai, bewirkt es für ihn ein Gefühl der Lebensfreude und damit innere Zufriedenheit.
(Quelle: Wikipedia)

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Ikigai ist holistisch und individuell

Was mir an diese Philosophie gefällt, ist dass er holistisch und individuell ausgelegt ist. Es gibt nicht die eine Lösung. Vielmehr kann man sie als eine Lebensformel sehen, die dahin führt, dass man konkrete Antworten für sich findet.
Intuitiv habe ich Entscheidungen getroffen, die mich zu meinem Ikigai geführt haben. Meine Motivation war immer die Aufklärung und das vermitteln von Wissen und Kenntnissen. Ironischerweise bin ich jetzt eine Fachperson, die Wissen lehrt. Allerdings spielt die Praxis für mein Unterricht eine wichtige Rolle.
Selbst eine Vorlesung wird von mir kurzerhand zu einem Workshop umgewandelt. Niemand sollte drei bis vier Stunden sich einen Vortrag anhören müssen, ohne dabei aktiv zu werden!
Ich denke, dass dies nicht ein Dauerzustand ist, sondern immer wieder den Lebensumständen und den einzelnen Phasen angepasst werden muss.

Fazit

Zum Schluss möchte ich meinen Artikel mit einer romantischen These beenden: Die gegenwärtigen Anforderungen unserer hochtechnologisierten Gesellschaft bieten immer mehr Möglichkeiten individuelle Erfolgswege zu gehen. Mehr denn je können wir uns Dingen widmen, die uns zufrieden und glücklich machen.

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