Die Zukunft der Berliner Clubs scheint derzeit wegen der Gentrifizierung ziemlich ungewiss zu sein. Dabei beißt sich hier die Katze in den Schwanz. Investoren interessieren sich nur dann für Objekte, wenn diese in einem für sie attraktiven Viertel stehen. Attraktiv in so fern, als dass hier eine große Fläche in deinem noch nicht gentrifizierten Umgebung von Menschen mit Pioniergeist aufgesucht und kulturell gestaltet und geformt wird.

Eskapismus als Label

Für viele (junge) Menschen ist Berlin ein Zufluchtsort aus der kleinstädtischen, konservativen Umgebung. Die Clubszene ist seit Jahrzehnten eine Möglichkeit vor dieser Realität zu fliehen und unangepasste gleichgesinnte zu finden.
Dieser Eskapismus ist ein Label, mit dem sich nicht nur Immobilieninvestoren, sondern auch Brands schmücken wollen. Ein Gefühl des Ausbrechens wird an jene verkauft, die das nötige Geld dafür haben, was aber für andere im Alltag durch Zwang, Leid und Ausgrenzung als notwendiger Akt ins Leben gerufen wurde. Berlin als ein Erlebnisort und Deutschlands Exportschlager weltweit. Dabei wäre es weniger traurig, wenn beide Seiten davon profitieren könnten. Wie das aussehen kann hatte ich in unserem Interview mit den Homies besprochen:

Ist der Boom erreicht?

Ist Berlin nicht mehr attraktiv für Kulturschaffende und junge Menschen? Arte TRACKS setzt mit “Rettet die Clubs, rettet Berlin!” ein Statement. Sie sprechen mit Leuten der bedrohten Griessmühle in Neukölln, der alten Münze und Teilen des ://about blank-Kollektivs:

Disneyland oder Kultur?

Die Frage die zurecht hier aufkommt ist; wie soll Berlin aussehen? Wollen wir – wie es an vielen Stellen der Stadt bereits schon passiert ist – einen Ort, der Disneyland gleicht oder möchten wir die Seele und den Flair am Leben lassen? Was hier klar sein muss, ist, dass es sicher nicht immer die finanziell lukrativste Entscheidung ist und oft mehr Förderung bedarf ohne die Frage nach einem Return on Investment zu stellen.
Kultur ist der Spiegel einer Gesellschaft. Sie ist dass was Menschen machen ohne dabei erstmal von Geld gesteuert zu sein.

Platz am Tisch

Eine mögliche Lösung könnte es sein, Pioniere, Kulturschaffende und Betreiber*innen mit an den Tisch zu holen und ihnen einen Stimmrecht zu geben, wenn es darum geht Gebiete zu verändern. Dieses Stimmrecht, sollte gleichgewichtig sein, mit dem der Grund- und Hausbesitzer*innen. Ist das zu radikal? Mag sein, aber das ist ja auch nur eine Frage der Perspektive. Aber radikal genug, um Berlin zu retten.


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