ART POP & Indie #7 – Schnelldurchlauf

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Yukon Blonde Pressebild (c) Jeff Innes

Zwischendrin, bevor die Serie ART POP & Indie mit Sophie Hunger und anderen in Einzel-Reviews weitergeht: eine Release-Übersicht! Als Service für Musik-Freaks & Maniacs, Perlentaucher*innen und die wenigen Menschen, die Musik kaufen. Es hat noch mehr Art Pop-Alben und EPs gegeben und sind weitere angekündigt, die hier nicht im Detail besprochen sind. Darunter an diesem Freitag, den 13. eine sehr nette Platte aus Kanada, von den hier oben abgebildeten Yukon Blonde. Sie und viele weitere im Schnelldurchlauf von A bis Y:

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Asaf Avidan – „Anagnorisis” (Telmavar/Embassy of Music/Tonpool) erschien am 11. September 2020.

Art Pop quasi deshalb, weil hier so viele Stile durcheinander purzeln. Von Folk bis R’n’B – Avidan fügt sich in alles smooth und harmonisch ein. Abwechslungsreich, fluffig, innehaltend, tanzbar. Tanzbar war aber ja auch damals dieses eine Ding.

Beverly Glenn-Copeland – „Transmissions: The Music of Beverly …” (PIAS/Transgressive/Rough Trade) erschien am 25. September 2020.

Meditativer New Age-Pop mit Jazz-Instrumentierung, Minimal Approach und irgendwie auch mit Verortung im Alternative Rock.

Ed Harcourt – Monochrome to Colour (Point of Departure/PIAS/Rough Trade) erschien am 18. September 2020.

Hat früher gesungen. Auf diesem minimalistischen Instrumental-Album enttäuscht er. Manchmal hört man gefühlt eine Minute lang einen Ton. Breiig. Eher monochromatisch als koloriert. Je nach Standpunkt kontemplativ und Natur-inspiriert … oder einschläfernd und unstrukturiert.

Japanese Breakfast – „W Records x Japanese Breakfast” (W Records by W Hotels) erschien limitiert zum Record Store Day.

Rare 12‘‘ mit New Wave-Dream Pop auf der A-Seite, Slow Folk auf der B-Seite, von Michelle Zauner a.k.a. Japanese Breakfast

Der Plattenmarkt zeigt sich diesen Herbst anders als sonst im September, Oktober & November

Weiter mit einer Live-Platte. Bedingt durch Lockdown & Co., scheinen mehr Live-Alben und Compilations zu erscheinen. Vielleicht sind es auch genauso viele wie sonst – nur fallen sie mehr auf. Denn der gesamte Output hat in allen Musikgenres gegenüber den Vorjahren einen drastischen quantitativen Einbruch im Zeitraum Anfang September bis Mitte November verzeichnet. Normalerweise ist diese Phase die Zeit mit den meisten Releases insgesamt, besonders was die Formate Album (mit neuen Studiosongs), Best-Of und Fan-Pakete (Box-Sets, besondere Re-Issues, Live-Alben, Rare Tracks, CD+Blu-Ray, CD+DVD, LP+DVD usw.) betrifft.

Bei Juana Molina handelt es sich nach fast 25 Jahren Karriere um den ersten Live-Release. Sehr gut gelungen, in New Wave-Experimentalstimmung und erstklassiger Tonqualität. Als wäre man direkt im Saal.

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Juana Molina – „ANMRL” (Crammed/Indigo/PIAS) bietet einen Mitschnitt spanischsprachiger Stücke der in Frankreich aufgewachsenen Argentinierin. „ANMRL” entstand in Mexiko beim NRMAL-Festival. Die meisten Songs spielen oberhalb der 5 Minuten-Marke, lullen ein und verhüllen allzu klare Strukturen hinter Gefrickel. Elektronifizierter Art Rock ohne Kopiervorlage. Juana Molina klingt nicht wie jemand anderes, sondern eigenartig. Mit halbem Fuß im Post-Rock, was uns zu The Notwist bringt.

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The Notwist – „Ship EP“ (Morr/Indigo) erschien am 21. August 2020.

10‘‘-Vinyl sowie als MP3 und WAV erhältlich. Drei Songs trauriger Noise-Pop und Post-Rock, zwei davon mit Vocals. Im Oktober kam dann noch, etwas versteckt, die Single „Oh Sweet Fire” auf den Markt.

Siv Jakobsen – „A Temporary Soothing“ (U Ok?/Rough Trade) erschien am 28. August 2020.

Folk-Pop mit Electro-Impulsen, Sivs ätherischem Gesang und geheimnisvollen, fragmentarischen Interludes. Singer/Songwriterin mit Anspruch, springt zwischen klaren Linien und Komplexität. Aus Norwegen. Entspannen, andererseits auch wenig fordend. Harmonisch, akustisch, unaufdringlich.

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SUUNS – „Fiction EP“ (Joyful Noise/Cargo) erscheint am 30. Oktober 2020.

Hypnotische, frickelnde, kantige und pulsierende Post-Rock-Elektronik mit mal viel, mal wenig und mal ohne Stimme, zwischen sägend, glibberig und stolpernd.

Alfie Templeman – „Happiness in Liquid Form“ (EP) (Chess Club/AWAL) erschien am 17. Juli 2020.

Pfiffig-vertrackter funky Electro-R’n’B eines 17-Jährigen. Geht sofort ins Ohr. Sommer für immer.

Fünf Stimmen, locker, unrevolutionär, funky, psychedelisch, alternativ und Teil der ReverbNation

Yukon Blonde – „Vindicator“ (Dine Alone/Membran) erscheint am 13. November 2020.

Kanadische Fusion von jamiroquai’schem Funk-Pop, Alternative/Gitarrenrock, Dream Pop, Jazz Vibes, Psychedelic Folk und R’n’B. Alle fünf Mitglieder der Band, eine Dame und vier Herren, singen selbst und wechseln einander durch die Lead Vocals durch. Allerliebst! Zwar unrevolutionär, aber wirklich sehr schöne Musik für jederzeit nebenbei. So locker wie auch straight.

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Links:

Selten genutzt, aber ein super Portal im Stile von MySpace:

ReverbNation hat in Kanada (übrigens auch den Benelux, Teilen Afrikas und in Kalifornien) einen höheren Stellenwert als bei uns. Yukon Blonde haben dort ein – relativ aktuelles – Profil. Das Portal verwendet als Logo rote Sternchen, die sehr an die rosa Sternchen von uns Blogrebellen erinnern. Wäre schön, wenn sich dieses Netzwerk mit Konzertdaten, Free Downloads, Streaming und Band-Bio (alles auf einen Blick) mehr durchsetzen würde.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.reverbnation.com zu laden.

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https://asafavidanmusic.bandcamp.com/ (mit vielen hoffnungsvollen Tourdaten für 2021)

https://juanamolina.com/ (schön gemachte kunterbunte Offical Website mit Flash-Optik)

https://beverlyglenn-copeland.bandcamp.com/ (viel Output)

Zum Schluss flüssiges Glück: Alfie Templemans EP ist nicht ganz neu, er hat sie Mitte November aber auch nochmal auf YouTube hochgeladen. „Happiness In Liquid Form“ …


ART POP & Indie – Die Serie

Warum eine Serie? Nun, die meisten Namen in dieser Serie ziehen im deutschsprachigen Raum nicht allzu viel Aufmerksamkeit an. Sollen die Artists also einander gegenseitig pushen, indem wir sie miteinander verbinden. Hier findet ihr Releases aus dem Zeitraum August 2020 bis Januar 2021, die im weitesten Sinne mit Art Pop und meist auch mit Indie-Labels zu tun haben. 
Auswahlkriterium: Nicht klassifizierbar. Innerhalb des Indie-Rocks keiner größeren Strömung (also keinem New Wave, Synthie, Folk, Psychedelic, Kraut, Indie-Soul usw.) zuzuordnen. Nischenmusik zwischen allen Stühlen. Mit Instrumenten, Vision und Wagemut.
Hier findet ihr alle Artikel der Serie!

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