Frauenmangel auf Festival Bühnen

Seit langer Zeit haben Veranstalter:innen und Booker:innen immer wieder mit Kritik zu kämpfen. Oft wird ihnen vorgeworfen, Musiker:innen zu benachteiligen, da auf den meisten Festivals das Line-up hauptsächlich aus männlichen Künstlern besteht. Ein gutes Beispiel dafür, war die Kritik am Festival „Rock am Ring“, welches vor kurzem sein Line-up für das Jahr 2022 vorstellte. Die Bekanntgabe der ersten Künstler:innen stößt bei vielen Fans auf Kritik, denn unter 107 eingeladenen Künstler:innen, befanden sich gerade einmal zwei Frauen. Diese Tatsache führte zu weiteren Diskussionen darüber in wie weit Diversität auf den deutschen Festivalbühnen herrscht und warf die Frage auf: Wie können wir diesen Zustand ändern?

Sexismus oder strukturelles Problem?

Frauen* und auch Männer werde oftmals heute noch, aufgrund von alten Normen kategorisiert. Unsere Gesellschaft hält an veralteten Strukturen fest und es heißt beispielsweise, dass Frauen* nicht für technische Berufe gemacht sind weil sie zu “schwach” sind und sich nicht für Technik interessieren. Männer wiederum werden oft mit dem Stigmata besetzt, dass sie belastbarer sind und sich besser durchsetzen können. Diese veralteten Kategorien haben sich bei einigen Menschen in den Köpfen festgesetzt und es gilt diese zu durchbrechen. Aber wie oft wird dann das Argument angebracht “ja aber es gibt einfach keine Frauen*, welchen man den Job geben könnte!” Aber stimmt das wirklich?

Eine digitale Plattform und Argument gegen jegliche Ausreden

Die deutsche Musikbranche hat einen Grund zum feiern, denn am 12. Juni hat der brancheneigene Dachverband Music Women* Germany seine neue Website gelaunched. Die Website ist die erste digitale Platform für Musikfrauen, welcher Branchenübergreifend arbeitet und die Möglichkeit gibt durch die Datenbank, die passende Musikfrau* für ein Projekt zu finden. Sätze wie “eine musikalische Frauenquote sei aber nicht möglich, da es schlicht zu wenige weibliche Musikerinnen gebe“ werden somit widerlegt. Music Women* Germany unterstützt Künstlerinnen durch ein professionelles Job Portal, in welches Arbeitgeber:innen gezielt ihre offenen Stellen inserieren können, um für mehr Diversität in ihren Unternehmen zu sorgen. Zudem gibt es eine verbesserte Suchfunktion, eine erweiterte Liste im News Bereich, Vernetzungsmöglichkeiten und Events. Nicht zugvergessen sind über 35 Ambassadoras, bekannte und einflussreiche Musikfrauen* in Deutschland, die sich für die Music Women* Germany stark machen.

Der erste Schritt in eine diverse Zukunft

Es bedarf viel Zeit um alte Strukturen aufzubrechen und darauf aufmerksam zu machen, dass Denkmuster überholt sind. Das schafft man vor allem durch zwei Dinge: laut sein und darauf aufmerksam machen, das etwas alt eingesessen ist und auf der anderen Seite eine Lösungsmöglichkeit an die Hand geben. Music Women* Germany, hat genau diesen Spagat zwischen Aktivismus und Pragmatismus mit ihrer neuen Plattform geschaffen. Sie trägt dazu bei, Frauen* und die, die sich als solche identifizieren, eine Grundlage für eine gleichberechtigte Zukunft zu schaffen. Die Datenbank von Music Women* Germany lebt davon, dass sich so viele Frauen* wie möglich dort eintragen und so gefunden werden können – daher GO GIRLS! Aber auch die Abeitgeber:innen sind gefragt, inseriert eure Jobs auf dem Jobportal von Music Women* Germany und werdet Teil der Veränderung. 

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